Gehaltsstudie

Wir freuen uns, Ihnen unsere aktuelle Marktübersicht und Gehaltsstudie für Unternehmensjuristen* in Deutschland zu präsentieren. Die Gehaltsstrukturen in Wirtschaftskanzleien sind durch entsprechende Publikationen weithin bekannt, nach unserer Kenntnis fehlt bislang jedoch eine vergleichbare, allgemein zugängliche und umfassende Studie für die Unternehmensseite. Das Ihnen vorliegende Dokument soll diese Lücke schließen.

Gehälter in Großkanzleien stiegen zuletzt moderat an, was sich unmittelbar auch auf die Gehälter der Unternehmensjuristen auswirkte. Während die (Grund)Gehälter in-house in den meisten Fällen weiterhin unter denen in Kanzleien liegen, wuchsen erstere in letzter Zeit merklich an. Dies wirkte sich im Vergleich bei Berufseinsteigern noch nicht so deutlich aus, mit zunehmender Seniorität werden die Unterschiede jedoch oftmals merklich geringer. Unternehmen haben sich damit abgefunden, dass bei der Rekrutierung der besten Talente – ob aus Kanzlei oder anderen Unternehmen – der Gehaltsunterschied zwischen Kanzlei und Unternehmen ein entscheidender Punkt sein kann. Entsprechend kommen die Gesamtvergütungen, die viele Unternehmen anbieten, gerade auf höheren Senioritätsstufen mittlerweile häufig in ähnliche Größenordnungen. Der Hauptanreiz für den Wechsel in ein Unternehmen bleibt jedoch weiterhin in der Regel nicht-finanzieller Art.

In den letzten beiden Jahren wurde insbesondere im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau sowie in der Pharma-, Chemieund Medienbranche überdurchschnittlich stark rekrutiert. Die gestiegene Nachfrage nach spezifischen fachlichen Qualifikationen hat mehr Wettbewerb bei der Rekrutierung hochqualifizierter Anwälte geschaffen, der deren Gehälter weiter nach oben treibt – insbesondere da viele Kunden aus unterschiedlichsten Branchen nach vergleichbaren Anforderungsprofilen suchen. Die am häufigsten nachgefragten Spezialisierungen sind weiterhin nach dem „Grundgerüst“ einer jeden In-house-Rechtsabteilung, nämlich allgemeines Wirtschaftsrecht (Commercial), Gesellschaftsrecht (Corporate) sowie Erfahrungen im technologischen Bereich, d.h. insbesondere im IT- und IP-Recht. Datenschutzrechtliche Fähigkeiten bleiben weiterhin sehr gefragt, insbesondere wegen der entsprechenden EU-Gesetzgebung.

Unternehmen stellen in den meisten Fällen Rechtsanwälte auf einer Senioritätsstufe von zwei bis fünf Jahren ein, da sie spätere Führungskräfte im Sinne nachhaltiger Personalentwicklung aus den eigenen Reihen rekrutieren bzw. für Führungsaufgaben Kandidaten bevorzugen, die schon in-house und idealiter in einem ähnlichen Branchen- und Unternehmensumfeld tätig sind. Bei Kandidaten mit mehr Berufserfahrung aus einer Kanzlei sind viele Unternehmen nach unserer Erfahrung zurückhaltend wegen des im Vergleich deutlich höheren Gehalts bzw. wegen des Verdachts, der Kandidat habe die Partnerschaft nicht erreicht und wolle nur deshalb inhouse wechseln.

Eine Besonderheit, die wir in letzter Zeit beobachtet haben und die sich auch in Zukunft weiter niederschlagen wird, ist der vergleichsweise begrenzte Kandidatenmarkt juniorer Kandidaten mit allgemeiner Commercial- und Technologie-Erfahrung. Dies ist die unmittelbare Folge davon, dass viele Kanzleien in diesen Praxisgruppen in
den Jahren 2009-2011 nur wenige Berufseinsteiger eingestellt haben. Gleichwohl bleibt dieser fachliche Hintergrund und diese Senioritätsstufe in vielen Branchen weiter sehr nachgefragt, so dass sich Unternehmen entsprechend entweder nach senioreren (ggf. überqualifizierten) bzw. junioreren Kandidaten (die eines höheren Einarbeitungsaufwandes bedürfen) umsehen müssen.