Marktsituation

Die deutsche Wirtschaft legte 2013 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent so wenig zu wie seit dem Rezessionsjahr 2009 nicht mehr. 2012 gab es noch ein Plus von 0,7 Prozent, 2011 noch von 3,3 Prozent. Insbesondere für die Exporteure war 2013 eher enttäuschend mit einem Exportanstieg von 0,6 Prozent nach einem Plus von 3,2 Prozent in 2012. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren insbesondere die anhaltende Rezession in einigen europäischen Ländern und eine gebremste weltwirtschaftliche Entwicklung. Dennoch steht Deutschland konjunkturell besser da als die meisten anderen Euro-Staaten. Für 2014 und 2015 gehen jüngste Prognosen wieder von einem Wachstum von 1,9 bzw. 2,0 Prozent aus.

Obwohl viele Unternehmen bei Investitionen wegen der weit reichenden Unsicherheit zurückhaltend waren, sorgten die Verbraucher wegen des Beschäftigungsrekords mit ihren Konsumausgaben für Belebung.

Die meisten Wirtschaftskanzleien in Deutschland stellen 2014 vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2013 weniger Berufsanfänger ein als noch im Vorjahr. Dagegen schaffen Rechtsabteilungen in Unternehmen weiterhin zunehmend Stellen für Juristen – geleitet von der Erkenntnis, dass signifikante Kosteneinsparungspotenziale beim Insourcing juristischer Tätigkeiten zu erzielen sind. Überdies haben wir verstärkt beobachtet, dass viele Unternehmen ihren ersten internen Juristen eingestellt haben, insbesondere Technologieunternehmen sowie angloamerikanische Unternehmen, die ihre europäischen
Aktivitäten mit eigener juristischer Expertise vor Ort verstärken.

Auch auf Kandidatenseite bemerken wir seit Jahren, dass die Attraktivität von In-house-Positionen zunimmt. Dies liegt einerseits sicherlich daran, dass viele Rechtsanwälte der sog. „Generation Y“ die Partnerschaft in einer Großkanzlei wegen des Umsatz- und Akquisedrucks sowie wegen der oftmals sehr hohen Arbeitsbelastung nicht mehr als Karriereziel haben, sondern die Karriere im Unternehmen als zunehmend reizvollere Alternative
ansehen. Gründe hierfür sind insbesondere die im Vergleich zu einer Kanzleitätigkeit größere Nähe zu operativen Prozessen und kaufmännischen Entscheidungen sowie eine stärker interdisziplinäre und zeitlich planbarere Tätigkeit.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich das jüngste Urteil des Bundessozialgerichts vom 3. April 2014 auswirken wird, nach welchem Syndikusanwälte nicht von der Rentenversicherungspflicht befreit werden können. Derzeit liegen die Urteilsgründe noch nicht vor und es ist noch nicht absehbar, ob es in der Folge zu einer Klärung durch das Bundesverfassungsgericht kommen wird. In der Zwischenzeit werden (angehende) Unternehmensjuristen bei möglichen Wechseln diese Frage sicherlich in den Gehaltsverhandlungen thematisieren; den Unternehmen obliegt umgekehrt vermutlich noch stärker als bisher, hauseigene Modelle betrieblicher Altersversorgung – die es wiederum häufig in Kanzleien nicht in dieser Form gibt - in den Fokus zu rücken.